In den Jahren 1994 – 1996 verbrachten wir jeweils drei Wochen in El Medano auf der Kanareninsel Teneriffa.
1994 hatten wir 14 Tage Wind und 3 Tage Flaute. Eigentlich wollte ich mir die Surfausrüstung ausborgen, doch es gab kein Material mehr! Glücklicherweise konnte ich ein Brett kaufen und mir vom Surfshop die Segel ausborgen.
Unser Surfrevier war die Bucht vor dem Hotel Playa Sur, die eigentlich dem Einstieg in die Welle dient. Von dort aus gelangt man aber zur „Mole", dort gibt es außer Fäkalien eine sanft brechende hohe Welle, der man leicht entkommen kann. Hier kann man sich langsam an das Wellensurfen herantasten. Mit jedem Meter, den man näher an die Mole heranfährt, wächst die Größe der Welle und der brechende Teil der Brandungszone.
Den Urlaub 1995 und 1996 verbrachten wir im Windsurfhotel, von dem aus ich nach einem nur kurzen Ritt in die Cabezo-Bucht gelangte. Vorher musste jedoch der mühsame Einstieg geschafft werden (Wind aus allen Richtungen von 0–9 Beaufort, zwischendurch Büenlöcher, die man meist schwimmend meistern muss).
In dieser Bucht finden übrigens die World-Cup-Veranstaltungen im Waveriding statt, hier trifft sich die „Waveelite".
Windstatistik
Windausbeute 1995: 11 Tage Wind, 5 Tage ab 5,5 qm fahrbar (aus Mangel an „Riesenlappgen" pausiert) und 7 Tage Flaute, dafür gab es einmal Riesenwellen in einer Nachbarbucht. Dorthin kommt man nur mit dem Auto, das Surfen ist eigentlich nicht gestattet, weil der Wind normalerweise nur ablandig bläst und es keine Rettungsboote gibt. Als einzige Möglichkeit stehen einem in einigem Abstand zum Ufer einige Benzintanks zur Verfügung, die für die Treibstoffversorgung des nahegelegenen Flughafens dort im Meer verankert sind und durch unterirdische Leitungen den Flughafen versorgen.
Windausbeute 1996: 10 Tage Wind, 5 Tage Schwachwind und 6 Tage Flaute. Dafür zog ich mir bereits am ersten Tag eine Rückenverletzung zu und konnte 3 Tage nicht richtig gehen (Kreuz verrissen). Nach abenteuerlicher Suche nach einem Arzt und vor allem nach Öffnungszeiten bzw. nach einigen Injektionen ging es dann wieder.
Durch den Zubau einiger neuer Hotelanlagen entsteht in letzter Zeit ein riesiger Luvstau, der dafür verantwortlich ist, dass das Surfen in dieser tollen Bucht stark beeinträchtigt wird. Immer mehr Windlöcher trüben den Surfspaß dermaßen, dass wir nicht mehr hinfahren werden.
Außerdem habe ich als Neusiedlerseesurfer meine Stärken bei Wind von rechts, die Kanaren werden aber von den Passatwinden mit Wind von links versorgt, das Springen bereitet also nicht solchen Spaß, da die schwierigen Sprünge nicht wie gewünscht gelingen.
Fotos