In den Jahren 1991 und 1993 verbrachten wir jeweils drei Wochen in Micri Viglia auf der Insel Naxos.
Das Jahr 1991 brachte uns eine außergewöhnliche Windausbeute. Ich konnte 3 Tage mit dem 4,5er-Segel, 13 Tage mit dem 3,9er-Segel und 3 Tage mit dem 3,0er-Segel fahren. An keinem der Tage musste ich eine Windpause einlegen.
Im Jahr 1993 hatten wir 10 Tage guten Wind, den ich aber nur 8 Tage nützen konnte, da mir meine Fanatic Mosquito durch die vielen Sprünge auseinandergebrochen war. Die Reparatur musste ich an Windtagen durchführen, dafür pausierte nach Fertigstellung der Wind insgesamt 7 Tage! 2 Tage hatten wir Schwachwind, der gerade zum Herumtümpeln reichte.
Abenteuerlich war unser Transport. Wir hatten massig Material mit dem Flugzeug nach Athen gebracht, der Transport von dort nach Piräus zur Fähre bzw. bei der Heimreise zurück von Piräus zum Flughafen war überaus schwierig, einmal sogar kriminell.
1991 waren wir vier Personen (3 Surfer) und hatten an Material folgendes mit:
3 Surfbretter, 8 Segel, 6 Masten, 8 Gabelbäume, 2 Zelte, Surfanzüge, Ersatzmaterial, Schlafsäcke, Kochgeschirr, Kleidung, Medikamente, Werkzeug,... Wir durften (das wussten wir schon vorher) „wild" vor einer Taverne 10 Meter vom Strand entfernt campieren, hatten dort WC und Trinkwasser zur Verfügung, Essen gab es in der Taverne. Als Dusche dienten uns über den Tag an der Sonne im Sand gelagerte 1,5-Liter-Plastikflaschen, die täglich mit Süßwasser aufgefüllt wurden.
1993 verlief ähnlich, nur dass bereits mehrere Tavernen neu hinzugekommen waren. Auch vom Menschenandrang her hatte sich Einiges geändert. Der vor einigen Jahren noch relativ einsame Strand glich bereits einem Ameisenhaufen, so viele Surfer tummelten sich am Strand und vor allem im Wasser.
Beim Rücktransport in der Fähre wurde unser gesamtes Gepäck mit „Fischwasser" durchtränkt, im Bus, den uns Polizisten für den Transport zum Flughafen organisiert hatten, und im Flugzeug stank es fürchterlich!